Es gibt kaum einen Bereich unseres Lebens, der heute nicht von der Qualitätsfrage erfasst wird. Wir wählen Produkte, die wir kaufen nach bestimmten Qualitätsstandards aus und geben den unterschiedlichsten privaten und öffentlichen Dienstleistern regelmäßige Kundenfeedbacks. Nur im Bereich der Schule war das lange anders. Viele haben behauptet und einige behaupten es immer noch - da kann nichts gemessen werden. Obwohl auch diesbezüglich schon immer Schulen und Ausbildungen eingeschätzt ("war wirklich zufrieden" bis "kannste vergessen") und miteinander verglichen wurden ("ich will mein Kind unbedingt dort anmelden")!

 

An den Berufsbildenden Schulen Goslar-Baßgeige/Seesen ist es schon lange üblich, unsere Arbeit kritisch zu reflektieren und die Rückmeldungen unserer Schüler und Partner einzuholen. Besonderes Engagement entwickelt seit 1995 die undefinedArbeitsgruppe Qualitätsinitiative, die bis heute in den Arbeitsschwerpunkten "Organisation, Unterricht und Atmosphäre" tätig ist. 2002 entschied sich die Schule nach dem Qualitätskonzept der European Foundation for Quality Management undefined(EFQM) zu arbeiten, ein Modell welches kurze Zeit später das Land Niedersachsen für alle Schulen als verbindliche Vorgehensweise für Qualitätsentwicklung einführte. Insgesamt 18 EFQM-Assessorinnen und Assessoren wurden an unserer Schule ausgebildet.

 

Der Modellversuch ProReKo etablierte 2003 das Arbeitsfeld Qualität als Baustein mit Querschnittsfunktion für die gesamte Schule. Eine aktuelle Studie belegt eindrucksvoll dass selbst unter ungünstigsten Bedingungen engagierte Schulen erfolgreich sein können. Diese Schulen sind unter dem Kriterium "Aktive Schulen" zusammengefasst und zeichnen sich dadurch aus, dass unter anderem

 - Unterrichtseinheiten gemeinsam im Kollegium gestaltet,

 - Tests und Evaluationsverfahren genutzt und

 - Partner einbezogen werden.

 

Innerhalb des Arbeitsfeldes Qualität beschäftigen wir uns zentral mit der Fragestellung: " Nach und mit welchen Kriterien - Indikatoren - Kennzahlen können wir unsere Arbeit bewerten, um zu gewährleisten, dass die vielen, meist jungen Menschen erfolgreich auf die Berufswelt und ihr Leben vorbereitet werden?" Ein differenziertes schulinternes Kennzahlenset, erweitert durch die verbindlichen Landeskennzahlen einschl. der notwendigen Prozessbeschreibung, ist Ergebnis dieser gemeinsamen Arbeit mit der ProReKo Leitungsgruppe.

Allerdings war und ist es stets unser Anliegen gewesen, Lernprozesse nicht auf Kennzahlen zu reduzieren, sondern diese auf bildungstheoretische Überlegungen zu beziehen. Unser "Haus des Lernens" skizziert diesen Orientierungsrahmen.  

 

Vermutlich ist es kein Zufall, dass wir als erste niedersächsische Schule am 25.04.2006 mit dem Nieders. Kultusministerium undefinedZielvereinbarungsgespräche geführt haben.

 

Wir hoffen, dass dieser Gesamtprozess den Unterricht nachhaltig verbessert und die Chancen unserer Auszubildenden auf ein zufrieden stellendes und erfolgreiches Berufsleben erhöhen wird.

 

 

 

 

Uwe Schmidt-Klie