Handeln nach persönlichen Werten:

Geeignet sind Situationen, die einen angemessenen Umgang mit Erfolg und Misserfolg in Gruppen bzw. mit der Fähigkeit zur Kontrolle der eigenen und des Umgangs mit fremden Aggressionen erfordern. Geeignete Situationen lassen sich z. B. in Sportspielen mit direktem Körperkontakt arrangieren. Im Unterricht treffen unterschiedlicher Wertvorstellungen aufeinander (dem Regelwerk zu Grunde liegende und individuelle, die auf das Verantwortungsbewusstsein gegenüber Mitspielern wirken). Als Lerninhalt sollen kooperierende und konkurrenzorientierte Aktionsformen erlebt werden. Immer sollten die Erfahrungen mit Bezug zu den eigenen Wertvorstellungen reflektiert werden.

 

 

Erleben und Kontrolle eigener Emotionen:

Die Unterrichtssituation sollte das Erleben von z. B. Freude, Aggressionen, Kritik, Angst (Rollen- und Verletzungsängste), ermöglichen. Hierzu bieten die Sportspiele, Kampfsportarten und sog. Abenteuersportarten ein breites Feld geeigneter Unterrichtsszenarien. Geeignet sind auch Sportarten, bei deren Ausübung Gefühle über Bewegung ausgedrückt werden können. Mit dem Erlebnis von Gefühlen sollte das Erlernen einer möglichen Kontrolle über diese gekoppelt werden, wenn es z. B. das Interesse des gemeinsamen Sporttreibens oder die Sicherheit erfordert (möglich z. B. im Rahmen von Wintersport-, Wassersport- oder sog. Trendsportarten wie Inlinescating u. a.).

 

 

Selbstwertgefühl:

Das Selbstwertgefühl ist verbunden mit einer positiven Einstellung zur eigenen Leistungsfähigkeit im weiteren Sinne. Dennoch ist hier nicht nur die Entwicklung einer positiven Einstellung zur Anstrengung, zur sportlichen Leistung zu verstehen. Kreativität, Gestaltung, Planung und Präsentation sportlicher Darbietungen bilden einen geeigneten Handlungsrahmen. Es bietet sich an, durch vielfältige Bewegungen die Wahrnehmungsfähigkeit über unterschiedliche Sinne zu verbessern, eigene Handlungsideen zu entwickeln und kreativ auszuformen. Die Bewegung kann als Körpersprache wahrgenommen werden - als mögliche Form, in der Ich-Identität ausgedrückt wird, z. B. durch individuelle Gestaltung von Bewegungselementen. Systematisch können einzelne Bewegungselemente zu Gruppengestaltungen zusammengefügt werden. Sportliche Rahmen lassen sich in der Akrobatik, in Zirkuskünsten, in der Pantomime, im Tanz oder in den sog. Erlebnissportarten finden.

 

Insbesondere beim Letztgenannten liegt der Reiz vor allem darin, dass für den Einzelnen der Ausgang - die erfolgreiche Bewältigung der Aufgabe - nicht eindeutig vorhersehbar ist. Wagt man sich an solche Herausforderungen, kann das Handeln gelingen aber auch scheitern. Durch zunehmend kalkulierbare Risiken entwickeln die Jugendlichen die Fähigkeit zur realistischen Selbsteinschätzung und damit zur Stärkung des Selbstvertrauens.

 

Eine relativ offene Problemstellung und die Verlagerung der Aktivitäten und der Verantwortung auf die Schüler fördern in besonderem Maße kreative Fähigkeiten, neben dem kooperativen Handeln auch die Selbstständigkeit und die Verantwortungsbereitschaft und -fähigkeit. In sog. Trendsportarten besitzen Schülerinnen und Schüler häufig großes Können und Fachwissen, das mit in die Unterrichtsgestaltung einbezogen werden sollte. Kleine Projekte können möglichst selbstständig geplant, durchgeführt und evtl. nach Präsentation ausgewertet werden.

 

 

Selbstvertrauen:

Sportliche Risiko- und Erlebnissituationen (z. B.: Sportklettern, Kanu, Bewegungslandschaften, Mountainbike) sind ein geeigneter Rahmen für Erfolgserlebnisse, die das Selbstvertrauen stärken. Möglich sind Erfolgserlebnisse aber auch über sportliche Leistungen, die nach Zeiten, Höhen, Weiten oder Punkten bzw. Toren ein erreichtes Ergebnis bewerten. Wichtig ist, dass jeweils erreichte Ergebnisse bzw. erbrachte Leistungen nicht nur mit allgemeinen Gütemaßstäben verglichen werden, sondern unabhängig von diesen vor einem individuell verschiedenen Maßstab ein persönlicher Erfolg sein können.

 

 

Verantwortung für sich selbst:

Im Vordergrund steht dabei die Bewusstmachung von individuellen Werten und Einstellungen als Grundlage eines Umganges in sportlichen Zusammenhängen mit sich selbst, aber auch mit Partnern, mit Geräten und Materialien sowie mit der genutzten Natur. Dieser Umgang wird ?äußerlich? z. T. über Gesetze und Vorschriften geregelt; individuell ist es aber von einer persönlichen Verantwortung bzw. einem konkreten Verhalten abhängig. Im Rahmen von z. B. Wintersport und Wassersport (Vorschriften und Regeln) oder Rückschlagspielen (Material) bzw. Kampfsportarten (Partner) lassen sich geeignete Unterrichtssituationen arrangieren.