Religionsunterricht an der Fachoberschule

Jugendliche und junge Erwachsene leben in einer von Pluralität geprägten Lebens- und Erfahrungswelt. Ihr Wissen und ihre Erfahrung von Religion ist sehr unterschiedlich je nach familiärem Hintergrund oder eigenem Interesse. Dennoch ist gerade die Lebensphase der Ausbildung eine Zeit, in der sie sich mit Werten und Weltanschauungsfragen vermehrt beschäftigen, auch um die eigene Haltung zu finden oder zu festigen.

Die Schule soll (nach niedersächsischem Schulgesetz §2) die Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage des Christentums, des europäischen Humanismus und der Ideen der liberalen, demokratischen und sozialen Freiheitsbewegungen weiterentwickeln.

Religionsunterricht an der Fachoberschule leistet im Rahmen des Bildungsauftrags seinen Beitrag zur Identitätsfindung und Vergewisserung  und trägt zur persönlichen religiösen und weltanschaulichen Orientierung und Bildung bei.

Schülerinnen und Schüler werden mit den eigenen religiösen Traditionen und Lebenswelt vertraut gemacht. Sie werden angeregt, sich begründet mit ihnen auseinander zu setzen, um sie in der eigenen Lebenswelt wahrnehmen und sie mit der jeweiligen Lebenswirklichkeit in Verbindung bringen zu können.

Der Religionsunterricht ermöglicht zugleich die Wahrnehmung und das Kennenlernen anderer religiöser und weltanschaulicher Orientierungen, leitet zu fundiertem Dialog und Auseinandersetzung mit anderen Überzeugungen an und fördert so das wechselseitige Verstehen und den solidarischen Umgang.

Auch in seiner konfessionellen Gestalt ist der Religionsunterricht offen für alle Schülerinnen und Schüler und für die Kooperation mit anderen Unterrichtsfächern.

Indem im Religionsunterricht an der Fachoberschule Perspektiven von Lebens- und Weltdeutung im Horizont des christlichen Glaubens eingebracht werden und auf Symbole, Gestalten und Gestaltungen christlicher Lebenspraxis verwiesen wird, werden spezifisch begründete Sinndeutungen und Lebensperspektiven erschlossen, zu denen sich die Schülerinnen und Schüler in freier Entscheidung verhalten können.